FAQ

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Digitalisierung des Messwesens in Deutschland.
Was bedeutet Smart Meter?
Der Begriff „Smart Meter" stammt aus dem Englischen und bedeutet „intelligenter Zähler". Smart Meter gibt es für alle Energiearten – Strom, Erdgas, Fernwärme – sowie auch für Trinkwasser. Diese Messgeräte verfügen über verschiedene Funktionen oder können mit Zusatzfunktionen nachgerüstet werden. Nach der neuen Rechtslage gibt es den Begriff Smart Meter nicht mehr. Man spricht jetzt im Gesetz von „modernen Messeinrichtungen" und „intelligenten Messsystemen".
Was ist ein Messstellenbetreiber?
Der Messstellenbetreiber ist neben den Stromlieferanten und den Netzbetreibern eine weitere Marktrolle im deutschen Energiemarkt. Der Messstellenbetreiber ist in der Regel der Netzbetreiber vor Ort. Er ist ausschließlich für den Betrieb (Einbau, Betrieb, Wartung und Eichung) der Zähler verantwortlich. Als grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) bezeichnet man in der Regel die Verteilnetzbetreiber, in deren Netz sich die jeweilige Messstelle befindet. Diese können jedoch die Grundzuständigkeit gemäß §§ 41,43 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) auf ein anderes Unternehmen übertragen oder andere Unternehmen können gemäß § 43 MsbG die Grundzuständigkeit übernehmen. Im Netzgebiet der Stadtwerke Greifswald ist die Stadtwerke Greifswald GmbH  der grundzuständige Messstellenbetreiber und somit für den ordnungsgemäßen Betrieb der Messstellen und den Austausch der Zähler gemäß MsbG zuständig.
Warum erfolgt ein Austausch der Zähler?
Bereits 2009 wurde von der EU eine Energieeinsparrichtlinie verabschiedet. Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, welches am 02.09.2016 in Kraft trat, wird diese Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Ziel dieser Richtlinie und des Gesetzes ist es, die Energiewende voran zu treiben und langfristig die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen. Durch das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurden auch diverse energierechtliche Regelungen geändert und das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) trat als zentrale Vorschrift des Messwesens in Kraft. Dieses schreibt u.a. vor, dass veraltete Stromzähler gegen moderne oder intelligente Messeinrichtungen ausgetauscht werden sollen.
Mit der Einführung der intelligenten Messsysteme verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, eine technische Infrastruktur für die Energiewende zu schaffen. Damit der regenerativ erzeugte Strom bestmöglich genutzt werden kann, brauchen die Netzbetreiber Informationen darüber, wo wie viel Strom erzeugt und wo wie viel Strom gebraucht wird. Ein wichtiger Baustein dafür sind die digitalen Messsysteme.
Mit Hilfe intelligenten Messsysteme können zum Beispiel variable Stromtarife eingeführt werden. In Verbindung mit einer zusätzlichen Steuerbox könnten zudem Stromverbräuche – wie das Laden eines Elektroautos – kostengünstig geplant werden. Zudem werden die Vor-Ort-Termine zur Zählerablesung vermieden.
Was sind moderne oder intelligente Zähler?
Zurzeit wird der Stromverbrauch zum größten Teil noch mit Hilfe von Ferraris-Zählern (elektromechanischer Stromzähler) gemessen und der Zählerstand jährlich vor Ort abgelesen.
Bei einer modernen Messeinrichtung handelt es sich um einen digitalen Stromzähler, welcher die Stromverbrauchsdaten auf dem Display anzeigt und speichert.
Fügt man an diese moderne Messeinrichtung eine Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway) an, spricht man von einem intelligenten Messsystem. Diese Kommunikationseinheit kann Daten verarbeiten, sicher übermitteln und Zugriffsrechte verwalten.
Ist der Einbau digitaler Zähler Pflicht?
Alle analogen / mechanischen Zähler müssen laut „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" bis 2032 gegen neue, digitale Zähler ausgetauscht werden. Die Stadtwerke Greifswald GmbH, als grundzuständiger Messstellenbetreiber, ist per Gesetz verpflichtet, die Einbauten vorzunehmen. Ab 2018 beginnen die Stadtwerke Greifswald in ihrem Netzgebiet schrittweise mit dem Einbau der neuen digitalen Zähler. Der Einbau kann, wie bei herkömmlichen Stromzählern auch, nicht abgelehnt werden.
Bei dem Einbau digitaler Zähler wird zwischen der „modernen Messeinrichtung" und dem „intelligenten Messsystem" unterschieden. Abhängig vom Verbrauch bzw. von der Leistung der angeschlossenen Erzeugungsanlagen ist gesetzlich auch geregelt, wer eine moderne Messeinrichtung bzw. ein intelligentes Messsystem erhält.
Was kosten die neuen Messgeräte?
Der Austausch eines alten gegen einen neuen digitalen Zähler ist kostenlos.
Als Netzbetreiber sind die Stadtwerke Greifswald GmbH gemäß § 2 Nr. 4 MsbG grundzuständig für den Messstellenbetrieb und verantwortlich für den Einbau, die Bereitstellung und Wartung von Messeinrichtungen. Des Weiteren umfasst unser Tätigkeitsbereich auch die Messung selbst - von der Ablesung bis zum Transfer der Ablesedaten zum Netzbetreiber - in unserem Netzgebiet.
Für diesen Messstellenbetrieb legt das Messstellenbetriebsgesetz gesetzlich Preisobergrenzen fest, an die sich die Stadtwerke Greifswald halten. Für eine moderne Messeinrichtung berechnen die Stadtwerke Greifswald 20,00 € / Jahr brutto (16,81 € / Jahr netto).
Die Kosten für ein intelligentes Messsystem sind abhängig vom Jahresverbrauch und der installierten Erzeugungsleistung. Die genauen Preise finden Sie im Preisblatt des grundzuständigen Messstellenbetreibers Stadtwerke Greifswald GmbH. Diese sind in der Preisliste auf unserer Internetseite http://www.sw-greifswald.de veröffentlicht.
In welchem Umfang die Kosten an die Kunden weitergegeben werden, ist abhängig vom jeweils gewählten Stromversorger und vom Stromliefervertrag. Die Kosten für die moderne Messeinrichtung werden von uns an Ihren Stromversorger weiterberechnet.
Was ist eine moderne Messeinrichtung und welche Vorteile bietet sie?
Herkömmliche Ferraris-Zähler funktionieren mechanisch mit Hilfe einer magnetisch angetriebenen Drehscheibe. Unter einer modernen Messeinrichtung versteht man einen digitalen Zähler. Moderne Messeinrichtungen zeigen den momentanen Stromverbrauch an und speichern, im Gegensatz zu den bisherigen mechanischen Zählern, die Verbrauchsdaten viertelstundengenau tages-, wochen-, monats-, und jahresbezogen für die letzten 24 Monate. Diese Verbräuche können direkt am Gerät anzeigt werden. Die Daten können nur direkt vor Ort ausgelesen werden. Daten senden oder empfangen können die Zähler nicht – ein externer Zugriff auf die Daten ist nicht möglich. Die Zählerablesung erfolgt daher auch zukünftig einmal im Jahr vor Ort.
Kunden haben dann die Möglichkeit, die im Zähler gespeicherten Zählerstände abzurufen und ihren Energieverbrauch bis zu 24 Monate in die Vergangenheit hinein nachzuvollziehen. Der Stromverbrauch wird dadurch transparenter. Das heißt, eventuelle „Stromfresser" können leichter identifiziert und der Stromverbrauch optimiert werden. In der Folge bedeutet ein geringerer Stromverbrauch gleichzeitig auch geringere Stromkosten – und das schont den Geldbeutel.
Die elektronische Übermittlung von Verbrauchsdaten ist nur mit einem intelligenten Messsystem möglich. Moderne Messeinrichtungen können zu intelligenten Messsystemen erweitert werden.
Was ist ein intelligentes Messsystem und welche Vorteile bietet es?
Ein intelligentes Messsystem besteht aus einer modernen Messeinrichtung – also einem neuen, digitalen Zähler – und einem elektronischen Kommunikationsmodul, dem sogenannten „Smart-Meter-Gateway ". Dieses Smart-Meter-Gateway kann Daten fernübertragen und empfangen. Die Übertragung von Daten erfolgt an per Gesetz berechtigte Marktteilnehmer, wie beispielsweise den jeweiligen Netzbetreiber, den zuständigen Messstellenbetreiber, den individuellen Lieferanten und den Netzanschlussnutzer, also den Kunden selbst. An einen Gateway können mehrere moderne Messeinrichtungen angeschlossen werden – z.B. die Zähler einzelner Wohneinheiten in einem Mehrfamilienhaus.
Für die Kommunikationsmodule gelten sehr strenge Datenschutzbestimmungen, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorgegeben werden.
Ebenso wie bei den modernen Messeinrichtungen, messen intelligente Messsysteme den Stromverbrauch und speichern die Verbrauchsdaten viertelstundengenau tages-, wochen-, monats-, und jahresbezogen für die letzten 24 Monate. Dadurch kann der Stromverbrauch optimiert werden, indem Energie noch bewusster eingesetzt werden kann. Dies spart nicht nur Energie sondern auch Geld. Da intelligente Messsysteme Daten fernübertragen und empfangen können, müssen die Zählerstände nicht mehr von einem Zählerableser abgelesen oder vom Kunden mitgeteilt werden. In Zukunft soll es zudem last- und zeitabhängige Stromtarife geben. Mit solchen Tarifen kann man mit einem intelligenten Messsystem Stromkosten reduzieren. Das wird möglich, indem man Strom zu Zeiten abnimmt, in denen dieser besonders günstig ist.
Wird ein modernes oder intelligentes Messsystem eingebaut?
Welches Messsystem eingebaut wird, hängt von der Einspeiseleistung bzw. dem jeweiligen Verbrauch ab. Laut Gesetz muss in folgenden Fällen ein intelligentes Messsystem verbaut werden:
•    Verbraucher ab 10.000 kWh Jahresstromverbrauch (ab 2020 folgen Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von mindestens 6.000 kWh)
•    Verbraucher, die ein verringertes Netzentgelt für eine steuerbare Verbrauchseinrichtung (z.B. Wärmepumpe) vereinbart haben
•    Erzeuger (z.B. Haushalten mit einer PV-Anlage) zwischen 7 und 100 kW installierter Leistung
Beim Verbrauch werden die letzten drei erfassten Jahresverbrauchswerte zugrunde gelegt und daraus der Durchschnitt gebildet. Liegt dieser durchschnittliche Jahresverbrauchswert über 10.000 kWh im Jahr, besteht ab 2017 sowie bei Marktverfügbarkeit des Smart-Meter-Gateways ebenfalls eine Einbaupflicht für ein intelligentes Messsystem.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die technische Verfügbarkeit von intelligenten Messsystemen nach §30 MsbG nicht gegeben. Mit Beginn der Verfügbarkeit werden relevante Informationen auf der Internetseite des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unter https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/ZertifizierungundAnerkennung/Produktzertifizierung/ZertifizierungnachCC/ZertifizierteProdukte/Intelligente_Messsysteme/Intelligente_Messsysteme_node.html veröffentlicht. (Stand März 2018)
Wie erfolgt der Zähleraustausch?
Kunden, bei denen ein Zähleraustausch vorgenommen werden soll, werden vom grundzuständigen Messstellenbetreiber drei Monate vor dem Austausch des Zählers schriftlich informiert. In dem Schreiben wird der Austausch des Zählers angekündigt. Vor dem geplanten Zählerwechsel werden die Kunden von dem zuständigen Monteur über den Termin informiert. Am Termin nimmt ein Monteur, der sich als Beauftragter der Stadtwerke Greifswald ausweisen kann, den Austausch des alten Zählers gegen eine moderne Messeinrichtung bzw. ein intelligentes Messsystem vor.
Der Zählertausch dauert normalerweise ca. eine halbe Stunde. Während des Zählertausches wird die Stromversorgung für einige Minuten unterbrochen.
Ist der Austausch des Zählers mit zusätzlichen Kosten verbunden?
Sollten im Zählerschrank Umbauarbeiten notwendig sein, zum Beispiel aus Platzgründen oder weil dieser nicht den aktuellen technischen Vorgaben entspricht, so sind die anfallenden Kosten für einen Umbau vom Anschlussnehmer (Haus- bzw. Wohnungseigentümer) zu tragen.
Welche Anforderungen werden durch eine moderne Messeinrichtung bzw. ein intelligentes Messsystem gestellt?
Der Austausch des alten Zählers gegen eine moderne Messeinrichtung bzw. ein intelligentes Messsystem ist im Normalfall problemlos möglich. Sofern der bisherige Zählerplatz passt und dieser den aktuellen technischen Vorgaben entspricht, sind keine besonderen Anforderungen zu beachten.
Die Installation von intelligenten Messsystemen erfordert neben der modernen Messeinrichtung auch den Einbau eines sogenannten „Smart-Meter-Gateways". Dieses zusätzliche Gerät benötigt etwas mehr Platz im Zählerschrank. Des Weiteren muss das Gateway zur Übermittlung der gemessenen Verbräuche eine Kommunikationsverbindung aufbauen können. Normalerweise erfolgt dies über Mobilfunk. Die dafür erforderliche Antenne wird entweder außen am Zählerschrank oder bei Bedarf auch außen am Gebäude angebracht. Die Details hierzu stimmen wir gern mit Ihnen ab.
Ist die moderne Messeinrichtung geeicht und wie lange ist die Eichfrist?
Moderne Messeinrichtungen sind ebenso wie die herkömmlichen Zähler geeicht. Die Eichfrist beträgt acht Jahre. Eine Verlängerung der Eichfrist ist gegebenenfalls um weitere fünf Jahre möglich, insofern es bei den stichprobenartigen Überprüfungen keine Auffälligkeiten gab. Somit erfolgt ein Austausch der modernen Messeinrichtungen spätestens nach 13 Jahren.
Können unsere Kunden auch mit einem Verbrauch unter 6000 KWh eine iMSys bekommen?
Verbraucher mit geringeren Werten als 6.000 kWh können sich auf Wunsch auch ein intelligentes Messsystem einbauen lassen. Der Einbau erfolgt jedoch auf freiwilliger Basis und die entstehenden Mehrkosten für die höheren jährlichen Kosten gegenüber einer modernen Messeinrichtung sind vom Kunden selbst zu tragen. Bei Interesse sprechen Sie uns gern an.
Was bedeutet Rollout und wann startet dieser?
Unter Rollout versteht man die bundesweit flächendeckende Einführung der neuen digitalen Zähler im Markt. Die modernen Messeinrichtungen kommen bei uns ab Sommer 2018 zum Einsatz. Die Umrüstung erfolgt kontinuierlich im Zuge von ohnehin erforderlichen Zählerwechseln, in Folge des Ablaufs der Eichung des bisherigen Zählers sowie bei Neu-bzw. Umbauten. Die Stadtwerke Greifswald informieren ihre Kunden mit einem Anschreiben über den bevorstehenden Zählerwechsel.
Kann der Messstellenbetreiber frei gewählt werden?
Das Messstellenbetriebsgesetz schreibt vor, dass sich jeder Kunde seinen Messstellenbetreiber frei auswählen kann.
Wer stellt die Rechnung für den Messstellenbetrieb?
Die Stadtwerke Greifswald rechnen den Messstellenbetrieb über den Stromlieferanten ab. Die Kunden der Stadtwerke Greifswald erhalten also vom Stromlieferanten eine Rechnung, in welcher der Posten Messstellenbetrieb gesondert ausgewiesen wird.
Lieferanten haben die Möglichkeit, die Abrechnung des Messstellenbetriebes auch weiterhin für ihre Kunden zu übernehmen. Sollte dies nicht gewünscht sein, übernehmen die Stadtwerke Greifswald als Messstellenbetreiber dies und rechnen mit den Kunden direkt ab. Welche Art der Abrechnung zum Tragen kommt, hängt vom jeweiligen Stromlieferanten ab.

Stadtwerke Greifswald
Gützkower Landstraße 19–21, 17489 Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Telefon: 0800 53-21150