Aktuelle Information zur Entwicklung der Energiepreise

20. Juni 2022
Stadtwerke Greifswald ändern die Preise in der Grundversorgung mit Strom
Zum 1. August 2022 ändern sich die Preise in der Grundversorgung mit Strom. Für alle anderen Kunden mit Sonderverträgen, also mit Mindestlaufzeit von einem Jahr bleiben die Strompreise stabil.
Bei GREIFENstrom Basis, dem Grundversorgungstarif der Stadtwerke erhöht sich der Arbeitspreis von 23,40 auf 38,73 Cent/kWh (brutto).
Die Stadtwerke Greifswald schreiben alle betroffenen Kunden an und bieten einen Wechsel zum Tarif GREIFENstrom mit Mindestvertragslaufzeit zum exklusiven Bestandskundenpreis an. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 2.500 kWh pro Jahr können die Kunden ab 1. August 2022 und damit noch in diesem Jahr 173,88 Euro (brutto) sparen!
Stadtwerke Greifswald ändern die Preise in der Grundversorgung mit Gas
Zum 1. August 2022 ändern sich die Preise in der Grundversorgung mit Gas. Für alle anderen Kunden mit Sonderverträgen, also mit Mindestlaufzeit von einem Jahr bleiben die Gaspreise stabil.
Der Gas–Grundversorgungstarif (GREIFENgas Basis) ab 10.001kWh Jahresverbrauch steigt von 7,965 auf 14,658 Cent/kWh. Die Stadtwerke Greifswald schreiben alle betroffenen Kunden an und bieten einen Wechsel zum Tarif GREIFENgas mit Mindestvertragslaufzeit zum exklusiven Bestandskundenpreis an. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 16.000 kWh pro Jahr können die Kunden ab 1. August 2022 und damit noch in diesem Jahr 466,40 Euro (brutto) sparen!
Mit der geplanten Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes sind die Energieversorger gezwungen, den Preis der Grundversorgung für Bestands- und Neukunden zusammen zu führen. Das heißt, der Grundversorger darf nicht mehr nach dem Zeitpunkt des Zustandekommens des Grundversorgungsvertrages unterscheiden. Seit Ende des Jahres 2021 erfuhren die Stadtwerke aufgrund einiger Insolvenzen und Kündigungen von Energie-Discountern einen unerwartet hohen Zuwachs an Neukunden. Da Grundversorger gesetzlich verpflichtet sind, alle Kunden ohne Fremdanbieter in ihrem Versorgungsgebiet zu beliefern, mussten die Stadtwerke die Strom- und Gasmengen für diese Neukunden zu Höchstpreisen nachträglich und kurzfristig an der Börse einkaufen. Um langjährige Kunden vor diesem Preiszuwachs zu schützen, hatten die Stadtwerke Grundversorgungstarife für Neukunden mit höheren Preisen eingeführt.

9.Juni 2022
Wegfall der EEG-Umlage lässt Strompreise im 2. Halbjahr 2022 sinken
Die Stadtwerke Greifswald geben die Absenkung der EEG-Umlage (erneuerbare Energien Umlage oder auch Ökostromumlage) vollständig an ihre Kunden weiter. Durch die allgemein stark gestiegenen Energiepreise beschloss der Bundestag die EEG-Umlage von zuletzt 3,72 ct/kWh netto abzuschaffen. Zukünftig werden erneuerbare Energien aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) und damit aus Bundesmitteln finanziert.
Davon profitieren alle Privat- und Gewerbekunden in Greifswald und Grimmen. Das gilt auch für alle regio-Tarife der Stadtwerke Greifswald. Je nach Jahresverbrauch spart der Kunde für das 2. Halbjahr 2022 zwischen 22 € bei 1.000 kWh und 110 € bei 5.000 kWh pro Jahr ein. Die Verrechnung erfolgt über die nächste Verbrauchsabrechnung.


2. Juni 2022
Greifswalder Fernwärmepreise steigen durch die aktuelle Energielage
Die seit Herbst letzten Jahres stetig steigenden Preise an den Energiebeschaffungsmärkten lassen auch die Greifswalder Fernwärmepreise weiter steigen. Der Fernwärmearbeitspreis für das 3. Quartal 2022 erhöht sich auf 180,00 €/MWh. - Zu Gunsten ihrer Kunden weichen die Stadtwerke erneut von der vertraglich fixierten Preisgleitformel ab und reduzieren den Preisanstieg spürbar. Die Mehrbelastung eines Fernwärmekunden bezogen auf die ersten drei Quartale 2022 reduziert sich dadurch um ca. 30 Prozent.


Die Arbeitspreise für Fernwärme in den ersten beiden Quartalen 2022 entsprachen einer Preisdeckelung von jeweils ca. 32 %. Im 3.Quartal ist nur noch eine Deckelung von 20 Prozent möglich, da Stromerlöse durch den Rückbau zweier Gasturbinen am Kraftwerksstandort entfallen. Über diese Turbinen konnten in den letzten Monaten die hohen Spotmarktpreise für Strom genutzt werden, um den Preisanstieg für die Fernwärmekunden etwas zu kompensieren. Beide Turbinen haben jedoch ihr technisches Lebensende erreicht und stehen nicht mehr zur Verfügung.

Ab Juli 2022 werden die Stadtwerke die monatlichen Abschläge aller Fernwärmekunden um 50 Prozent erhöhen, um allzu hohe Nachzahlungen mit der nächsten Jahresrechnung zu vermeiden und die Liquidität des Unternehmens zu sichern.

Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten

Seit September 2021 wurde eine nie dagewesene Preisdynamik an den Gasmärkten beobachtet, welche zu immer neuen Rekordpreisen für Erdgas führte. Während die meisten Marktanalysten zum Ende 2021 noch von einer Entspannung der Marktpreise ab dem 2. Quartal 2022 ausgingen, stellt uns die aktuelle Entwicklung vor eine andere Realität. Spätestens mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine und dem anschließenden Aus für NordStream 2 gibt es wenig Spielraum für sinkende Gaspreise. Das Eskalieren der Gewalt und das drohende Aus von Gaslieferungen aus Russland sorgten vor allem im April für neue Rekordstände.


9. Februar 2022
Die Entwicklungen auf den Energiemärkten in den letzten Monaten und eine noch nie dagewesene Preisexplosion der Beschaffungspreise Strom und Gas ist momentan eine Herausforderung für die Versorgungswirtschaft im Allgemeinen und so auch für uns als Stadtwerke Greifswald. 

In der öffentlichen Diskussion standen bisher jedoch meist andere Themen wie z.B. die Corona-Lage oder der Ukraine-Konflikt im Vordergrund. Erst durch die Lieferbeendigungen einiger größerer Discount-Lieferanten und einer endlich einsetzenden Beachtung der Energiepreise durch die Politik bekommen die Energiepreise eine höhere mediale Aufmerksamkeit. Zum breiten Spektrum der Daseinsvorsorge gehören für die Stadtwerke Greifswald die Medien Strom, Gas, Fernwärme und Trinkwasser. Die vergangenen Jahre waren durch niedrige bis sehr niedrige Großhandelspreise und dagegen stetig wachsende staatlich induzierte Kosten gekennzeichnet. 

Entwicklung Gas- und Strompreise
Seit der zweiten Jahreshälfte 2021 ist jedoch ein stetiger und rasanter Anstieg der Großhandelspreise für Strom und Gas zu beobachten. Diese Entwicklung ist ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren. Die Corona-Pandemie und die ergriffenen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung bewirkten in 2020 einen starken Rückgang der Weltwirtschaft und damit auch der Nachfrage nach Rohstoffen. In Zeiten dieser Unsicherheit wurden Förderquoten gedrosselt und Infrastrukturprojekte oder geplante Revisionsmaßnahmen verschoben. Das Frühjahr 2021 fiel im Vergleich zu den Vorjahren unerwartet kalt aus. Die niedrigen Temperaturen reichten dabei bis in das 2. Quartal hinein und führten zu einer ungewöhnlich starken Beanspruchung der nationalen Gasspeicher. 
Ab dem Sommer 2021 setzte vor allem in Asien die konjunkturelle Erholung ein, was mit einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage einherging. Dieser Nachfrage konnten die Produktions- und Lieferketten nicht in gleichem Maße nachkommen. Infolge dessen setzte eine Verteuerung sämtlicher Rohstoffe (Holz, Kohle, Gas usw.) ein. Die niedrigen Füllstände der Gasspeicher heizten die Unsicherheit weiter an. Die steigenden Gas- und Kohlepreise ließen auch den Preis für Strom klettern. Eine Spirale setzte sich in Gang, welche zu nie dagewesenen, extrem kurzfristigen und unvorhersehbaren Preissprüngen an den Energiemärkten führte. Die nachfolgenden Grafiken veranschaulichen die Entwicklung für Strom und Gas anhand des Preises für das Jahresprodukt 2023.
Bestandskunden der Stadtwerke Greifswald müssen sich in diesem Jahr 2022 dennoch keine Sorgen um explodierende Strom- oder Gaskosten machen. Die Mengen zur Belieferung der Bestandskunden haben die Stadtwerke Greifswald im Rahmen ihres Risikohandbuches bereits weit im Voraus über mehrere Beschaffungszeiträume verteilt eingedeckt. Für Gas wurden z.B. im Zeitraum Juli 2019 bis September 2021 Gasmengen für 2022 über 11 Tranchen verteilt beschafft. Auf diese Weise konnte ein Anstieg der Beschaffungspreise auf ein Minimum reduziert werden. Folglich haben die Stadtwerke Greifswald ihre Endkundenpreise für Erdgas nur moderat angehoben. Dagegen konnte die SWG die Strompreise für Bestandskunden sogar konstant lassen. Dies gelang neben der vorausschauenden Beschaffungsstrategie auch durch die Weitergabe der gesunkenen EEG-Umlage. Für das laufende Jahr plant die SWG keine Preisänderung für Strom und Gas im Bestandskundensegment.

Zu erwähnen ist weiterhin, dass die Beschaffungskosten nur einen Teil des Endkundenpreises ausmachen. Hinzu kommen die staatlich regulierten Netzentgelte und vor allem die staatlich verursachten Umlagen, Abgaben und Steuern. Trotz gestiegener Beschaffungspreise am Strommarkt und Senkung der EEG-Umlage, beträgt der Anteil der Stromerzeugung inklusive Vertriebskosten in 2022 nur 35,6 % des Gesamtstrompreises den Endkunden bezahlen müssen. Zwei Drittel des Endkundenpreises lässt sich somit nicht von der Energiewirtschaft bzw. der SWG beeinflussen. Hier kann bzw. muss die Politik eingreifen, um die Kunden zu entlasten. 
Die nachfolgende Grafik veranschaulicht diesen Zusammenhang anhand des bundesweiten Durchschnittspreises.
Entwicklung Fernwärmepreise
Die Preisgestaltung für die Versorgung mit Fernwärme benötigt eine differenzierte Betrachtung. Anders als im Strom oder Gas kommt in der Fernwärme in der Beschaffung des benötigten Erdgases für das Kraftwerk eine andere Preisformel zur Anwendung. Der Fernwärmepreis wird immer sehr nah am aktuellen Marktpreis für Erdgas kalkuliert. Dies hat in den vergangenen Jahren zu sehr niedrigen Fernwärmepreisen für die Greifswalder Fernwärmekunden gesorgt. So belegte die SWG in Preisvergleichen des Branchenverbandes stets einen der vorderen preisgünstigsten Plätze. Der sprunghafte oder sogar explosionsartige Anstieg der Gaskosten insbesondere im IV. Quartal 2021 führt nun auch zu steigenden Fernwärmepreisen.  
Um ein volles Durchgreifen dieser Preisentwicklung auf unsere Fernwärmekunden zu verhindern, haben sich die Stadtwerke Greifswald dazu entschlossen, den Arbeitspreis für Fernwärme im ersten Quartal 2022 bei einem Preis von 99,00 €/MWh zu deckeln. Dies entspricht zwar immer noch einer Steigerung gegenüber dem Preis vom vierten Quartal 2021 von ca. 39 %, eine volle Anwendung der vertraglichen Preisgleitklausel hätte jedoch einen Preis von 146,08 €/MWh ergeben. Diese massive Preissteigerung von 105% haben die Stadtwerke Greifswald  abgewendet.

Ergänzung am 29.03.2022
Abweichend zu den derzeit geltenden Allgemeinen Versorgungsbedingungen und vertraglichen Regelungen, setzen wir für das zweite Quartal 2022 statt einem Wert von 199,92 €/MWh (netto), lediglich einen Arbeitspreis von 135,00 €/MWh (netto) für die Berechnung des Fernwärmepreises in Ansatz.
Im Rahmen der Wärmestrategie der SWG und in Einklang mit dem Masterplan Klimaschutz der UHGW investiert die SWG derzeit rund 42 Millionen Euro in die Modernisierung und Umstrukturierung unserer Erzeugungsanlagen. Neben dem Bau einer der größten Solarthermieanlagen Deutschlands ist der Einsatz einer Großwärmepumpe und die teilweise Umstellung auf Biomethan vorgesehen. Gleichzeitig wird die neue Turbine so geplant, dass sie jederzeit auf klimaneutralen Wasserstoff umgestellt werden kann, sobald geeignete Rahmenbedingungen für den Einsatz von Wasserstoff gegeben sind. Mit dieser für die SWG größten Investition seit ihrem Bestehen wird der Weg einer weiteren Dekarbonisierung der Fernwärme konsequent weiterverfolgt. Die Folge wird ein in den nächsten Jahren stetig wachsender Anteil von erneuerbaren Energien an der Fernwärme sein und damit eine deutliche Senkung des CO2-Ausstosses. Gleichzeitig verringert sich damit zukünftig die Abhängigkeit des Fernwärmepreises vom Preis für Erdgas.

Es bedarf weiterhin der Anstrengung von Politik und Versorgungswirtschaft, die zukünftigen Energiepreise im Blick zu behalten. Gerade hinsichtlich des dahin notwendigen Dialogs mit der Versorgungswirtschaft, tut sich die Politik, und hier gerade die Landes- und Bundespolitik, aus unserer Sicht sehr schwer. Den Versorgern von vornherein den schwarzen Peter zuzuspielen, ist dabei kontraproduktiv und den Kunden nicht mehr zu erklären. Gerade vor den gegenwärtigen Szenarien, dass einige Billiganbieter ihre Kunden hängen lassen, dass Preise teils ins Unermessliche steigen, aber der Bund permanent durch die Mehrwertsteuer mitverdient, ist den Kunden nicht mehr zu erklären. Die Stadtwerke zeigen jetzt, dass sie jederzeit der Verantwortung gegenüber ihren Kunden gerecht werden.
DARUM STADTWERKE GREIFSWALD:
Nah an den
MENSCHEN.

Aktiv für die
UMWELT.
Engagiert in der
REGION.


Stadtwerke Greifswald
Gützkower Landstraße 19–21, 17489 Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Telefon: 0800 53-21150

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