Klimaschutzbündnis Greifswald

Im Dezember 2008 schlossen sich in Greifswald wichtige Akteure im Klimaschutz zum Klimaschutzbündnis Greifswald 2020 zusammen. Im Bündnis sind mit den Stadtwerken die Hauptenergieerzeuger und mit den Wohnungsgesellschaften, dem Klinikum, der Universität und der Stadtverwaltung die größten Energieverbraucher vertreten.
Mit der Unterzeichnung einer Deklaration setzten sich die Bündnismitglieder das Ziel, den CO2-Ausstoß in der Kommune bis zum Jahr 2020 um 14% gegenüber dem Jahr 2005 zu senken.
Erstes Bürgergutachten zum Klimaschutz
„Wir wünschen, dass Greifswald als Grüne Stadt zum Vorbild wird“ – das ist die Vision Greifswalder Bürgern, die ein Gutachten zur „Kommunalen Klima- und Energiepolitik“ der Universitäts- und Hansestadt Greifswald erarbeitet haben. In dem 13-seitigen Papier schlagen die Bürger konkret messbare Maßnahmen vor, um den CO2-Ausstoß innerhalb der Stadt weiter zu reduzieren. Das vollständige Gutachten finden Sie hier.

Energieeffizienz
Die Greifswalder Heizkraftwerke sind gemäß EU-Richtlinien als „hocheffizient“ zertifiziert. Mit der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme in Form der Kraft-Wärme-Kopplung wird der  Brennstoff quasi zweimal ausgenutzt. Konventionelle Kraftwerke, die noch über 85% des deutschen Kraftwerksparks darstellen, verschwenden bei der Stromproduktion die Abwärme. Die Stadtwerke Greifswald GmbH hat ihre Anlagentechnik so erweitert, dass auch die Abgaswärme genutzt werden kann. Somit sparen die Greifswalder viel Energie und mindern schädliche Umweltauswirkungen. Zur Förderung dieser – der effizientesten – Nutzung von fossilen Energieträgern wurde auch im Bürgergutachten vom 14.03.2010 sowie im Klimaschutzkonzept der UHGW vom Juli 2010 der Einsatz dieser Technik empfohlen. Umgesetzt wurden die Empfehlungen durch die Bürgerschaft am 01.11.2010 mit der Fernwärmesatzung, die einen weiteren Schritt zur Senkung der Greifswalder Treibhausgase bedeutet.
Regenerative Energieerzeugung
Mit der klimaschonenden Wärme- und Stromerzeugung und dem Betrieb eigener Solaranlagen gestalten wir aktiv die Umwelt. Als Partner im Klimaschutzbündnis Greifswald 2020 haben wir uns ehrgeizige Ziele gesteckt, die auch mit neuen Investitionen in Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung zu erreichen sind.
Photovoltaikanlagen der Stadtwerke

  • PV-Anlage am Heizkraftwerk Helmshäger Berg, seit 2009 als Freiflächenanlage auf dem Grundstück des Heizkraftwerkes der FWG in Betrieb (99,9 Kilowatt Spitzenleistung)
  • Dritte PV-Anlage Tolstoistraße 1–4,  seit Mitte 2010 in Betrieb (59,4 Kilowatt Spitzenleistung)
  • PV-Anlage Gedser Ring 12–16, seit Frühjahr 2011 in Betrieb (53,59 Kilowatt Spitzenleistung)
  • PV-Anlage Riemser Weg 2–4, seit Frühjahr 2011 in Betrieb (Hervorgegangen aus dem studentischen Projekt Uni Solar, einer engagierten Initiative zum Klimaschutz, die bei der finanziellen Abwicklung von der Sparkasse Vorpommern und in technischen Fragen von den Stadtwerken – welche auch die Wartung der Anlage für größtmögliche solare Energiegewinne sicherstellen – unterstützt wird.)
Beteiligungen an Windkraftanlagen
Bereits 2010 wurde eine Beteiligung am Windfeld Uckermark – nordöstlich von Prenzlau gelegen – der Enertrag AG realisiert. Im Juli 2011 kam ein weiterer Windpark (Nechlin II), bestehend aus zwei Windkraftanlagen des Branchenführers Enercon, dazu; Beteiligungspartner ist auch hier die Enertrag AG. Die Anlagen verfügen über eine Nabenhöhe von jeweils 138 Metern und einen Rotordurchmesser von 82 Metern. Es ist leider schwierig, entsprechende Windvorrangflächen zu bekommen, um weitere Windkraftanlagen in der näheren Umgebung der Hansestadt zu errichten. Die Stadtwerke erwarten eine jährliche „Ernte“ von 14,3 Millionen Kilowattstunden aus der Windenergie, was 7,2% des Greifswalder Stromverbrauchs entspricht.

Stadtwerke Greifswald
Gützkower Landstraße 19–21, 17489 Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
Telefon: 0800 53-21150