Verkehrsmeldung
Neues Liniennetz für den Stadtbusverkehr ab Oktober 2026
18.09.2026
Der Verkehrsbetrieb Greifswald, eine 100%-ige Tochter der Stadtwerke Greifswald, führt zum 4. Oktober 2026 ein neues Liniennetz für den Stadtbusverkehr ein. Grundlage hierfür ist der Beschluss der Bürgerschaft vom 8. Dezember 2025. Mit der Umstellung wird das bisherige Liniennetz, das seit 2012 in Betrieb ist, durch ein modernes und leistungsfähigeres Angebot ersetzt. Hintergrund der Neustrukturierung sind die städtebauliche Entwicklung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald sowie die verkehrspolitischen Zielstellungen zur weiteren Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs. Das neue Netz schafft bessere Direktverbindungen, erhöht die Transparenz für Fahrgäste und bildet die Grundlage für zukünftige Angebotsausweitungen.
Kostenloser ÖPNV am Einführungstag
Anlässlich der Einführung des neuen Liniennetzes ist die Nutzung des Stadtbusverkehrs am Sonntag, den 4. Oktober 2026, kostenlos. Die unentgeltliche Beförderung gilt im gesamten Stadtbusverkehr der Universitäts- und Hansestadt Greifswald von Betriebsbeginn bis Betriebsende. Alle Fahrgäste können an diesem Tag unabhängig von der ansonsten geltenden tariflichen Beförderungsberechtigung kostenlos mit den Stadtbussen fahren. Damit erhalten die Fahrgäste die Möglichkeit, die neuen Linienführungen, Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten ohne tarifliche Zugangshürden kennenzulernen und praktisch zu erproben. Ab Montag, den 5. Oktober 2026, gelten wieder die bestehenden Beförderungsentgelte und Tarifbestimmungen.
Mehr Direktverbindungen und bessere Orientierung
Das neue Liniennetz basiert auf einem sogenannten Verästelungsnetz. Drei Hauptrouten mit klar zugeordneten Liniennummern führen vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in die verschiedenen Stadtgebiete. Ergänzt wird das Angebot durch weitere Linien, die das Stadtgebiet in einem großen Bogen erschließen. Ein wesentliches Ziel der Neustrukturierung ist die Verbesserung der Verständlichkeit. Die bislang auf einzelnen Linien bestehenden Varianten werden durch eigenständige Liniennummern ersetzt. Dadurch wird das Angebot für Fahrgäste deutlich übersichtlicher. Gleichzeitig greift das neue Konzept bewährte Elemente wieder auf: Die Bedienung der Stadtteile Schönwalde 1 und Schönwalde 2 erfolgt künftig erneut im und gegen den Uhrzeigersinn. Dadurch verkürzen sich die Fahrzeiten insbesondere für Fahrgäste aus den Wohngebieten in Richtung Innenstadt.
Deutliche Verbesserung der Anbindung des Universitätsklinikums
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Erschließung des Universitätsmedizin-Standortes gewidmet. Neben der Umbenennung der bisherigen Haltestelle „Klinikum“ in „Unimedizin Anklamer Straße“ entstehen die neuen Haltestellen „Unimedizin Haupteingang“ sowie eine zusätzliche Haltestelle im Bereich der Zahnklinik. Dadurch werden Anwohner, Patienten, Mitarbeitende und Besucher künftig deutlich besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.
Ergänzung durch On-Demand-Verkehr „Friedrich“
Ergänzend zum Linienverkehr werden die Stadtgebiete Friedrichshagen, Ladebow/Wieck, Groß Schönwalde sowie Stadtrandsiedlung/Industriegebiet ganztägig durch den On-Demand-Verkehr „Friedrich“ bedient. Damit wird die Erreichbarkeit auch außerhalb der klassischen Buslinien sichergestellt.
Wesentliche Merkmale des neuen Angebots
Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören:
• 8 Tageslinien verkehren im 30-Minuten-Takt bzw. im 60-Minuten-Takt.
• Linienüberlagerungen von 20 und 21 sowie von 40 und 41 führen zu einem 15-Minuten-Takt nach Schönwalde und Wieck.
• Linienüberlagerungen von 30 und 31 ergeben einen 30-Minuten-Takt auf der Direktverbindung ZOB – Stadtrandsiedlung – Bhf. Süd – SW – OV – Wieck/Elisenhain.
• Richtung Schönwalde wird in beiden Richtungen mit den Linien 20 und 21 bedient, was eine schnellere Verbindung für Fahrgäste aus SW1 und SW2 ins Zentrum ermöglicht.
• Die Linie 50 bedient täglich drei Fahrten und verbessert primär den Schülerverkehr sowie die direkte Anbindung von Friedrichshagen über Friedrichshagen – OV – SW – Bhf. Süd – Stadtrandsiedlung – ZOB.
• Die Linie 10 verkehrt vormittags zunächst über Ziegelhof und weiter in Richtung Galgenkampwiesen; nachmittags erfolgt die Bedienung in Gegenrichtung. So entsteht eine kurze Verbindung für Berufspendler im Bereich Ziegelhof.
• Hauptbedienzeit: 5:30 Uhr bis 21:00 Uhr.
• 2 Schwachlastlinien für Schönwalde (22) und Wieck (42) in Randzeiten von 04:15–05:30 Uhr sowie 21:00–23:45 Uhr.
• Linie 11 bedient das Liniennetz von ca. 5:30 Uhr bis ca. 22:00 Uhr.
• Linien 30/31 bedienen das Netz von ca. 5:30 Uhr bis ca. 22:30 Uhr; das Schichtende berücksichtigt ML&S sowie die Johanna-Odebrecht-Stiftung.
• Direkte Verbindung der Campusbereiche der Universität in der F.-Loeffler-Straße sowie am Lohmeier-Platz.
• Erreichbarkeit aller Schulen im östlichen Stadtbereich über die Linien 30 und 31.
• Anbindung des P+R-Parkplatzes Klosterruine Eldena auch am Wochenende.
Die neuen Linien im Überblick
| Linie | Takt | Linienweg |
| 10 | 30 Minuten | ZOB – Ziegelhof – Galgenkampwiesen |
| 11 | 30 Minuten | ZOB – Bahnhof Süd |
| 20 | 30 Minuten | ZOB – Schönwalde 1 – Schönwalde 2 – ZOB |
| 21 | 30 Minuten | ZOB – Schönwalde 2 – Schönwalde 1 – ZOB |
| 22 | 40 Minuten | ZOB – Schönwalde 2 – Bahnhof Süd – ZOB |
| 30 | 60 Minuten | ZOB – Bahnhof Süd – Elisenhain (über Freizeitbad) |
| 31 | 60 Minuten | ZOB – Bahnhof Süd – Wieck |
| 40 | 30 Minuten | ZOB – Wieck – Klosterruine P+R |
| 41 | 30 Minuten | ZOB – Rathenaustraße – Wieck |
| 42 | 40 Minuten | ZOB – Wieck – Klosterruine P+R |
| 50 | einzelne Fahrten | ZOB – Bahnhof Süd – Friedrichshagen |
Neue Haltestellen
Mit der Einführung des neuen Liniennetzes werden insgesamt fünf neue Haltestellen mit sieben Haltepunkten eingerichtet:
• Unimedizin Haupteingang
• Walther-Rathenau-Straße
• Stephanistraße
• Heinrich-Hertz-Straße
• Gerhardt-Katsch-Straße (einseitig)
Die bisherige Haltestelle „Universitätsmedizin“ in der Ferdinand-Sauerbruch-Str. entfällt.
Ausblick
Mit dem neuen Liniennetz setzt der Verkehrsbetrieb Greifswald einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Fahrgäste profitieren künftig von besseren Direktverbindungen, einer klareren Linienstruktur und einer verbesserten Erreichbarkeit zentraler Ziele in der Stadt. Gleichzeitig werden die Voraussetzungen geschaffen, das Angebot in den kommenden Jahren weiter auszubauen.
Anlagen:
Liniennetzplan ab 4. Oktober 2026 [PDF] Neue Linien im Überblick [JPG]