Stadtwerke Greifswald warnen vor betrügerischen Lieferantenwechseln

24.07.2026
Seit der Einführung des 24-Stunden-Lieferantenwechsels durch die Bundesnetzagentur häufen sich Fälle, in denen Kundinnen und Kunden ohne ihr Wissen oder ihre ausdrückliche Zustimmung den Energieversorger wechseln. Die Stadtwerke beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge und warnen vor unseriösen Vertriebspraktiken namhafter Energieversorger.
Die durch den 24-Stunden-Lieferantenwechseln beabsichtigten Vereinfachungen sollten den Wettbewerb stärken und den Anbieterwechsel beschleunigen. Gleichzeitig eröffnen sie jedoch Missbrauchsmöglichkeiten, die von unseriösen Vertriebsorganisationen offenbar gezielt ausgenutzt werden.
Im Kundenzentrum der Stadtwerke Greifswald haben sich bereits mehrere Betroffene gemeldet. Sie erhielten plötzlich ein Begrüßungsschreiben eines anderen Energieversorgers, obwohl sie zu keinem Zeitpunkt einen Wechsel beauftragt hatten. In einzelnen Fällen waren die Schreiben sogar mit fehlerhaften oder falschen Namen versehen. Andere Kundinnen und Kunden erfuhren erst durch die Schlussrechnung ihres bisherigen Versorgers, dass ihr Liefervertrag beendet worden war.
„Diese Entwicklung bereitet uns große Sorgen. Der Gesetzgeber hat den Lieferantenwechsel bewusst vereinfacht. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten der bisherigen Energieversorger aufgrund der vorgegebenen Marktprozesse, einen unberechtigten Wechsel im Vorfeld zu verhindern, stark eingeschränkt, auch wenn unsere Kundinnen und Kunden den Wechsel nie beauftragt haben“, erklärt die Geschäftsführung der Stadtwerke Greifswald.
Die Stadtwerke verurteilen jede Form von unseriösen Vertriebspraktiken ausdrücklich. Ein Energieversorgerwechsel darf ausschließlich auf Grundlage einer eindeutigen Zustimmung der Kundin oder des Kunden erfolgen. Wer die vereinfachten Marktprozesse ausnutzt, schadet nicht nur den Betroffenen, sondern auch dem Vertrauen in die gesamte Energiewirtschaft.
Kundinnen und Kunden, die unerwartet ein Begrüßungsschreiben eines anderen Energieversorgers erhalten oder den Verdacht haben, ohne ihre Zustimmung umgemeldet worden zu sein, sollten sich umgehend an das Kundenzentrum der Stadtwerke wenden. Die Mitarbeitenden unterstützen bei der Prüfung des Sachverhalts und begleiten die Rückabwicklung eines ungewollten Lieferantenwechsels.
Die Stadtwerke werden die bekannt gewordenen Fälle konsequent verfolgen und alle in Frage kommenden zivil- und strafrechtlichen Schritte gegen die verantwortlichen Unternehmen
beziehungsweise deren Vertriebspartner einleiten. Gleichzeitig appellieren wir an alle Energieversorger, ihrer Verantwortung nachzukommen und für rechtskonforme sowie transparente Vertriebsprozesse zu sorgen.

